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Sport macht schlau, lernen macht stark: Warum Sport und Bildung zusammengehören

Sport ist mehr als nur Bewegung: Sport verbindet uns mit Gleichgesinnten, unabhängig von sozialem Hintergrund, Geschlecht und Religion und vermittelt dabei Werte wie Toleranz, Fairness und Selbstbewusstsein. Gleichzeitig stellt Sport durch genau diese Eigenschaften einen einfachen Zugang zu mehr Bildung dar – und zwar weltweit.

Zwei Mädchen von Drop and Ride reparieren ein Fahrrad

Wer an Sport und Bildung denkt, hat vermutlich zuerst – gute oder schlechte – Erinnerungen an den Schulsportunterricht im Kopf. In der Schule ist der Sportunterricht mittlerweile zu einem festen Bestandteil geworden, doch wird er seiner Bedeutung für die Kinder und Jugendlichen gerecht? Laut einer Studie der WHO von 2017 bewegen sich die meisten Jugendlichen vor allem in Industrieländern immer noch viel zu wenig – in Deutschland sind es ganze 83,7% der 11- bis 17-Jährigen. Es wird Zeit, das zu ändern!

Infografik: Jugendliche bewegen sich zu wenig | Statista

Sport macht schlau – Der sportliche Zugang zu Bildung

Sport und Bildung gehören zu den Schlüsselthemen unserer Gesellschaft und haben mehr gemeinsam, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. So bietet Sport auf mehreren Ebenen wertvolle Zugänge zur Bildung. Kinder erlernen durch Sportunterricht wichtige Kompetenzen und Fähigkeiten, wie Teamgeist, Vertrauen und Verantwortung, die auch außerhalb des Sportunterrichts von zentraler Bedeutung sind. Motivierende Erfolgserlebnisse durch regelmäßiges Training können dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche selbstbewusster durchs Leben gehen und sich so auch in Bildungsfragen mehr zutrauen. Gleichzeitig erlauben Sportangebote einen gesunden Ausgleich zu Alltags-, Schul- und Jobstress. Der Kopf wird frei und die Stimmung steigt – optimale Lernvoraussetzungen also.

Übrigens: Sport ist nicht nur was für Kinder und Jugendliche. Auch Erwachsene haben die Möglichkeit, ihre Persönlichkeit und Fähigkeiten durch Sportangebote zu entwickeln. Sport macht schlau – ein Leben lang.

„Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern. Er hat die Kraft zu inspirieren. Er hat die Kraft, Menschen zu vereinen, wie es sonst nur weniges kann. Er spricht die Jugend in einer Sprache an, die sie versteht. Sport kann Hoffnung erwecken, wo vorher nur Verzweiflung war.“
Nelson Mandela
Nelson Mandela

Bildung macht stark – Selbstbewusstsein und Gleichberechtigung durch Sport

Gerade in konservativen Regionen der Welt haben es vor allem Mädchen und Frauen schwer, in traditionellen „Männerdomänen“ Fuß zu fassen. Oft gehören dazu auch bestimmte Sportarten. Niederschwellige lokale Sportangebote, die in Zusammenarbeit mit internationalen Partnerorganisationen realisiert werden können und den Zugang für Mädchen ermöglichen – ein Beispiel wäre das Drop and Ride Programm in Kabul, Afghanistan – setzen dabei Meilensteine in der sozialen und gesellschaftlichen Geschlechtergleichstellung. Die Ausbildung und Schulung von Trainer*innen vor Ort schafft Emanzipation und Selbstvertrauen sowie einen wichtigen Grundstein für die schulische und berufliche Zukunft. Gleichzeitig lassen sich in den kleinen Sportgruppen gesellschaftliche Themen spielerisch ansprechen sowie gezielte Kurse, beispielsweise Sprach- oder Computerkurse, die in der Schule keinen Platz gefunden hätten, zusätzlich durchführen. Auch auf diesem ganz konkreten Weg kann Sport ein Türöffner für mehr Bildung sein.

Sport- und Bildungsungleichheiten auch in Deutschland

Doch auch hier in Deutschland sind weder Sport noch Bildung gerecht verteilt. So zeigte eine Studie der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder von 2012 / 2013, dass Jugendliche umso mehr Sport machen, je höher der Bildungsgrad der Eltern ist. Für die Politik ergeben sich daraus wichtige Erkenntnisse: Neben dem verpflichtenden Schulsportangebot müssen vor allem auch außerschulische Sport-möglichkeiten auf einer niederschwelligen und kostengünstigen Basis angeboten werden. Zudem sollten mehr Sportvereine Möglichkeiten anbieten, ihre Angebote auch Kindern und Jugendlichen aus sozio-ökonomisch schlechter gestellten Fami-lien zugänglich zu machen. Nur so kann es gelingen, dass wirklich alle Kinder und Jugendliche – unabhängig von Bildungsniveau – die positiven Effekte von Sport auf den Körper aber auch auf die geistige Leistungsfähigkeit nutzen können. Und nur so wird echte Bildungsgerechtigkeit ermöglicht.

Sport bildet – Nachhaltige Zukunftsentwicklung durch Sport

 

Dass der Zugang zu Bildung durch Sport erheblich erleichtert werden kann, bestätigen auch die Vereinten Nationen. In der Agenda 2030 wird Sport als wichtige Maßnahme zur Erreichung aller Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) erwähnt. Insbesondere SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“, SDG 4 „Inklusive gerechte und hochwertige Bildung“, sowie SDG 17 „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ können durch Sportangebote direkt beeinflusst werden.

Sport und Bildung – Die Grundpfeiler der Arbeit von Abasha

 
Abasha wurde aus der Überzeugung heraus gegründet, dass Sport und Bildung untrennbar voneinander zu betrachten sind. Deswegen unterstützen wir lokale Initiativen in schwierigen Umfeldern dabei, ihre Sport- und Bildungsangebote auszubauen und stabile Vereinsstrukturen zu etablieren. Dadurch haben die Akteure vor Ort die Chance, ihr Wissen selbstständig zu erweitern und weiterzugeben – und so Sport- und Bildungsmöglichkeiten vor Ort für Kinder und Jugendliche, die es am nötigsten haben, nachhaltig auszuweiten.

Quellen

Brandt, Mathias (2019), „Jugendliche bewegen sich zu wenig“, Statista GmbH, https://de.statista.com/infografik/20062/anteil-der-11-17-jaehrigen-die-sich-nicht-ausreichend-bewegen/, letzter Zugriff 08.02.2021

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Hrsg.) (2017), „Der Zukunftsvertrag für die Welt. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“, https://www.bmz.de/de/mediathek/publikationen/reihen/infobroschueren_flyer/infobroschueren/Materialie270_zukunftsvertrag.pdf, letzter Zugriff 08.02.2021

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Hrsg.) (2015), „Die Rolle des Sports in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit“, http://www.bmz.de/en/publications/languages/german/Materialie268_sport_ez.pdf, letzter Zugriff 08.02.2021

Engagement Global (o.D.), „Sport und 17 Ziele. Wie Sport die 17 Ziele fördert“, https://17ziele.de/artikel/detail/wie-sport-die-17-ziele-foerdert.html, letzter Zugriff 08.02.2021

Geis, Wido (2017), „Jugendliche aus bildungsnahen Familien sind sportlich aktiver“, https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2017/335091/IW-Kurzbericht_29_2017_Jugendliche_aus_bildungsnahen_Familien_sind_sportlich_aktiver.pdf, letzter Zugriff 08.02.2021

GIZ (o.D.), „Mit Sport für Entwicklung zusammen mehr bewirken“, https://www.giz.de/de/weltweit/42673.html, letzter Zugriff 08.02.2021

Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, LandesSportBund NRW e.V. (Hrsg.) (2009), „Wir sind dabei! – Mädchen und Frauen mit Zuwanderungsgeschichte im Sport“, http://pl.zuhause-im-kreis-soest.de/integration/downloads/sport_zuwanderung09.pdf, letzter Zugriff 08.02.2021

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