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Sport als Chance: So schafft Sport Perspektiven in schwierigen Situationen

Die Ver­ein­ten Natio­nen erklär­ten im Jahr 2003 den Sport zu einem der vie­len „Mit­tel zur För­de­rung der Bil­dung, der Gesund­heit, der Ent­wick­lung und des Frie­dens“. Und das voll­kom­men zurecht, denn Sport ist mehr als ein kurz­zei­ti­ger Zeit­ver­treib – Sport kann das Leben von vie­len Kin­dern und Jugend­li­chen in schwie­ri­gen Situa­tio­nen nach­hal­tig zum Bes­se­ren ver­än­dern.

Sport bie­tet Kin­dern und Jugend­li­chen Per­spek­ti­ven in ver­schie­de­nen Lebens­la­gen. © www.unsplash.com

Erfolg moti­viert – auch außer­halb des Sport­plat­zes

Kaum etwas ist moti­vie­ren­der als Erfolgs­er­leb­nis­se. Wer regel­mä­ßig Sport treibt, weiß das aus eige­ner Erfah­rung. Zu sehen, wie man nach jedem Trai­ning ein paar hun­dert Meter wei­ter lau­fen, ein paar Gramm mehr stem­men oder ein paar Zen­ti­me­ter wei­ter sprin­gen kann – genau das moti­viert uns, am Ball zu blei­ben und nie­mals auf­zu­ge­ben. Zu sehen, dass man sei­nen eige­nen Erfolg selbst in der Hand hat, dass man dazu fähig ist, bes­ser zu wer­den, ist eine wert­vol­le Erkennt­nis, die sich auf nahe­zu alle Lebens­be­rei­che, vor allem auch auf Bil­dung und das Berufs­le­ben, über­tra­gen lässt. Kin­der, die mer­ken, dass sie durch Trai­ning bes­ser wer­den kön­nen, bli­cken moti­vier­ter in ihre Zukunft – und zei­gen auch in der Schu­le bes­se­re Leis­tun­gen.

Der Sportverein als Anker

Vie­len Kin­dern und Jugend­li­chen in Kri­sen­ge­bie­ten fehlt es an einer fes­ten Struk­tur im All­tag. Wenn der Schul­un­ter­richt auf­grund von Leh­rer­man­gel oder gar Anschlä­gen nur spo­ra­disch statt­fin­den kann, benö­ti­gen die­se jun­gen Men­schen einen ande­ren Fix­punkt in ihrem all­täg­li­chen Leben. Die Rou­ti­ne einer Ver­eins­mit­glied­schaft kann Gro­ßes bewir­ken. Durch die regel­mä­ßi­gen Tref­fen und den Aus­tausch mit Gleich­ge­sinn­ten ent­steht das Gefühl von Sta­bi­li­tät und Zusam­men­halt, der ihrer sonst schwie­ri­gen Lebens­la­ge häu­fig abhan­den­ge­kom­men ist.

Eine Mit­glied­schaft im Sport­ver­ein kann Sta­bi­li­tät in das Leben von jun­gen Men­schen brin­gen. ©Drop and Ride

Zusam­men schaf­fen wir mehr

Durch ein gemein­sa­mes Ziel ent­steht, beson­ders im Team­sport, ein star­ker Team­geist und häu­fig sogar tie­fe Freund­schaf­ten. Die Erfah­rung, ein gemein­sa­mes Ziel als Grup­pe zu errei­chen, schweißt Kin­der und Jugend­li­che unge­mein zusam­men. Das eige­ne Team anzu­feu­ern sorgt für Zusam­men­halt und ein Gefühl von Gemein­schaft – sogar dann, wenn sich ehe­ma­li­ge Riva­len im eige­nen Team befin­den. Gleich­zei­tig ler­nen die jun­gen Sport­ler wie sie pri­va­te Kon­flik­te alter­na­tiv lösen kön­nen: durch die Begeg­nung auf Augen­hö­he und mit Respekt. Nichts ist unsport­li­cher als Gewalt – wenn sie ins Spiel kommt, wird sie in der Regel hart bestraft. In sport­li­chen Wett­kämp­fen ler­nen Kin­der und Jugend­li­che, Kon­flik­te und Riva­li­tä­ten, ohne den Ein­satz von Gewalt zu lösen und kön­nen dies auf ande­re Lebens­be­rei­che über­tra­gen.

Mit Selbst­be­wusst­sein zum Erfolg

Nega­ti­ve Gedan­ken und ein man­geln­des Selbst­be­wusst­sein las­sen Men­schen schnell in einen Teu­fels­kreis der Nega­ti­vi­tät rut­schen. Durch Sport lässt sich Selbst­be­wusst­sein schnell und effek­tiv auf­bau­en. Nicht nur wird die Wahr­neh­mung des eige­nen Kör­pers gestärkt – auch Aspek­te wie Moti­va­ti­on, Freund­schaf­ten und Sta­bi­li­tät tra­gen zu einem grö­ße­ren Selbst­be­wusst­sein bei. So kann sich der Teu­fels­kreis in eine posi­ti­ve Auf­wärts­spi­ra­le ändern: Wer Sport macht, wird selbst­be­wuss­ter. Und wer mit gro­ßem Selbst­be­wusst­sein ins Trai­ning geht, hat auto­ma­tisch mehr Erfolg.

Wer selbst­be­wusst trai­niert, hat schnel­ler Erfolg und wer Erfolg hat, wird mit Selbst­be­wusst­sein belohnt. ©Drop and Ride

Sport bricht kon­ser­va­ti­ve Geschlech­ter­rol­len auf

In tra­di­tio­nell-kon­ser­va­tiv gepräg­ten Regio­nen haben es Mäd­chen oft beson­ders schwer, am gesell­schaft­li­chen Leben teil­zu­neh­men – auch beim Sport, der häu­fig noch als „Män­ner­do­mä­ne“ ange­se­hen wird. Bekom­men Mäd­chen aller­dings die Chan­ce, an Sport­an­ge­bo­ten teil­zu­neh­men, öff­net sich nicht sel­ten eine ganz neue Welt für sie. Nicht nur das eige­ne Selbst­be­wusst­sein der weib­li­chen Teil­neh­me­rin­nen und ihre Inte­gra­ti­on in die Gesell­schaft wird gestärkt. Wird der Fami­lie der sport­li­che Erfolg ihrer Toch­ter, bei­spiels­wei­se bei Wett­kämp­fen, vor Augen geführt, traut sie ihr mög­li­cher­wei­se auch in ande­ren Berei­chen  weit­aus mehr zu, als davor. Obwohl all die Vor­tei­le des Sports auf alle Jugend­li­chen in schwie­ri­gen Situa­tio­nen zutref­fen, pro­fi­tie­ren Mäd­chen den­noch am aller­meis­ten davon.

Wir bei Aba­sha glau­ben fest dar­an, dass Sport der Schlüs­sel für eine erfolg­rei­che und glück­li­che Zukunft für Kin­der und Jugend­li­che in Kri­sen­si­tua­tio­nen ist. Wie schon Kofi Ann­an zu sei­ner Zeit als Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen sag­te: „Ohne Sport wäre die Welt ein schlech­te­rer Ort.“ Wie Recht er damit hat­te.

Quel­len

Bun­des­mi­nis­te­ri­um für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (Hrsg.) (2015), “Die Rol­le des Sports in der deut­schen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit”, http://www.bmz.de/en/publications/languages/german/Materialie268_sport_ez.pdf, letz­ter Zugriff 17.04.2020

care.de (o.d.), “Durch Sport in eine bes­se­re Zukunft”, https://www.care.de/care-hilfe/themen/sport-fuer-entwicklung, letz­ter Zugriff 17.04.2020

Geis-Thö­ne, W., & Schü­ler, R. M. (2019), „Lebens­la­gen und Kom­pe­tenz­ent­wick­lung von Grund­schul­kin­dern“, IW-Trends-Vier­tel­jah­res­schrift zur empi­ri­schen Wirt­schafts­for­schung, https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/IW-Trends/PDF/2019/IW-Trends_2019-02–06_Grundschulkinder.pdf, letz­ter Zugriff 23.04.2020

GIZ (o.d.), „Frie­dens­ent­wick­lung und Gewalt­prä­ven­ti­on durch Sport“, https://www.giz.de/de/weltweit/59683.html, letz­ter Zugriff 23.04.2020

Innen­mi­nis­te­ri­um des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len, Lan­des­Sport­Bund NRW e.V. (Hrsg.) (2009), „Wir sind dabei! – Mäd­chen und Frau­en mit Zuwan­de­rungs­ge­schich­te im Sport“, http://pl.zuhause-im-kreis-soest.de/integration/downloads/sport_zuwanderung09.pdf, letz­ter Zugriff 17.04.2020

The United Nati­ons Children’s Fund (UNICEF) (Hrsg.) (2004), “Sport Recrea­ti­on and Play”, https://www.unicef.org/publications/files/5571_SPORT_EN.pdf, letz­ter Zugriff 17.04.2020

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