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Drop and Ride – Fahrräder für die Jugend Kabuls

Kinder aus Kabul Afghanistan mit Fahrrädern von Drop and Ride

Wie alles begann…

Der Ursprung des Abasha e.V. basiert auf der ersten Zusammenarbeit mit dem Drop and Ride Projekt in Kabul, Afghanistan. Ende 2016 hatten Kabuler Jugendlichen den Verein gerade erst aus Eigeninitiative gegründet. Seit dem wird durch Drop and Ride ein regelmäßiges Fahrradtraining für Jungen und Mädchen angeboten. Derzeit entsteht neben dem Sportprogramm ein begleitendes Bildungsprogramm mit wöchentlichen Kursen. Dies ist für eine krisengeplagte Stadt wie Kabul ein besonderes Angebot. Daher wollen wir hier einen Einblick in die Entwicklung des Drop and Ride Projektes geben.

Drop and Ride verfügte anfangs über kein passendes Equipment oder Trainingsgelände. 

Die genutzten Fahrräder wurden von den Mitgliedern selbst bereitgestellt, oft handelte es sich dabei um alte Straßenfahrräder. Durch die sportliche Nutzung kam es zu ständig zu Defekten und anfallenden Reparaturen. Auch bezüglich der Schutzausrüstung gab es große Defizite. Schutzausrüstung war gewünscht, jedoch nicht vorhanden. Das Fahren ohne Helm, Schoner und geeignete Schuhe war ein hohes Verletzungsrisiko. Das Training fand teilweise auf öffentlichen Plätzen statt, was in Afghanistan speziell durch die Beteiligung von Mädchen am Sportprogramm risikoreich ist.

Inzwischen hat sich die Möglichkeit einer Untermiete bei einem Fußballverein ergeben.

Dadurch kann zeitlich begrenzt ein geschlossenes Gelände zu Trainingszwecken genutzt werden kann. Dies ist in der sozial angespannten Gesellschaft Afghanistans eine wichtige Voraussetzung für das Sicherheitsgefühl während der Trainingseinheiten.

Drop and Ride etablierte eine neue Sportart für Jungen und Mädchen in Kabul.

Dies ist einem tollen Teamgeist und dem Zusammenhalten der Jugendlichen in schwierigen Situationen zu verdanken. Dazu trug auch der starke Zuspruch von weltweiten Followern auf der Facebookseite der Initiative bei. Auf Facebook bejubeln aber auch sehr viele Afghanen die mutige und anpackende Art des Vereins mit seiner offenen Kommunikation.

Der Kontakt zu Drop and Ride entstand über Social Media.

Schnell fanden sich einige Unterstützer aus dem europäischen Raum zusammen, welche Drop and Ride helfen wollten. Durch digitale Kommunikation und die vorhandenen Englischkenntnisse der Initiatoren von Drop and Ride, Asghar Mehrzada und Zahra Rona, konnte trotz großer Entfernung eine partnerschaftliche Zusammenarbeit entstehen. Zuerst wurden die Ziele und Bedürfnisse des Projektes besprochen und in einem englischsprachigen Projektbericht festgehalten, welcher vor Ort und in Europa zur Anwerbung von Unterstützern eingesetzt wurde. Nun bildete sich in Europa ein Netzwerk, welches sich für eine Spendenlieferung des dringend benötigten Equipments einsetzte. 

Firmen und Privatspender unterstützten das Projekt mit großzügigen Sach- und Geldspenden um einen Container voll mit Equipment nach Kabul zu schicken. 

Nur so konnte eine Gesamtausstattung mit extrem hochwertigem Sportequipment zustande kommen. Durch den Anstieg des Spendenvolumens freuten wir uns beispielsweise sehr über die Spende eines Schiffscontainers, welcher optimal für einen sicheren Transport und eine sichere Lagerung des neuen Equipments vor Ort geeignet war. Zudem wurde der Spendentransport von Bremen nach Kabul durch Engagement Global und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit mit einem umfänglichen Transportkostenzuschuss ermöglicht. Abgerundet wurde die Finanzierung durch ein erfolgreiches Crowdfunding von Privatspenden über mehr als 5000 Euro. So konnten anfallende Kosten, Eigenanteile des Transportes und zusätzliches Equipment gedeckt werden.

Die Gründung einer NGO war notwendig für einen reibungsfreien Transport der Ladung nach Kabul.

Ein Transport schien Ende 2017 direkt möglich, der Container wartete in Bremen bereits auf Abholung, als sich mehr und mehr Schwierigkeiten bezüglich der zollfreien Einfuhr der Spendenlieferung nach Afghanistan auftaten. Die beste und leider auch zeitaufwendigste Lösung hierfür war die Gründung einer Nichtregierungsorganisation (NGO) in Afghanistan, welche für den Import und zukünftige Sportprogramme zuständig sein würde. Durch eine NGO erhoffen wir uns zudem langfristig neue Möglichkeiten und Förderungsberechtigung für das Drop and Ride Projekt. Die Köpfe hinter Drop and Ride machten sich an diese schwierige Aufgabe und nach mehr als vielen Monaten der Bürokratie war es soweit.

Mitte 2018 wurde die Peace and Freestyle Organization (PFO) offiziell in Afghanistan als NGO anerkannt! 

Der Transport des hochwertigen Euqipments von Bremen nach Kabul dauerte 6 Wochen.

Nun stand der zollfreien Einfuhr der Spendenlieferung nach Afghanistan nichts mehr im Wege. Im November 2018 machte sich der mit hochwertigen Fahrrädern, Schutzausrüstung, Werkzeugen und Rampen gefüllte Container auf den langen Weg von Bremen nach Kabul. Nur durch den sehr hohen Sachwert des Equipments und die sehr eingeschränkte Verfügbarkeit der Ausrüstung in Afghanistan lohnte sich der kostspielige Transport. Die mehr als 6000 Kilometer lange Strecke wurden größtenteils auf der Schiene zurückgelegt. Diese Route galt als der sicherste Transportweg nach Kabul und nahm mehr als 6 Wochen in Anspruch.  

Im Dezember 2018 kam der Container in Afghanistan an. 

Nach der langen Reise und dem erfolgreichen zollfreien Import kam der Spendencontainer an seinem Bestimmungsort in Kabul an. Dies war für alle Beteiligten in Afghanistan und Europa ein befreiender Moment, da von allen Projektpartnern enorm viel Arbeit in diesen Transport investiert wurde. Während dem Transport randvoll mit Spenden verfüllt, dient der Container nach dem Aufstellen der Rampen und dem Auspacken des Equipments in Zukunft als sicherer Lagerraum für den Verein.

Drop and Ride öffnete die Spendenlieferung die Tür zu einem professionellen Sportangebot als Fahrradverein.

Hochwertige und langlebige Fahrräder, umfangreiche Schutzausrüstung und maßgefertigte Rampen werden das Sportprogramm des Vereines in der Saison 2019 zu neuer Qualität verhelfen. Die gesamte Ausrüstung ist in hoher Stückzahl, passendem Werkzeug und mit Ersatzteilen verfügbar, wodurch ein langfristiger Betrieb des Equipments gewährleistet ist.

Wir sind allen Unterstützern sehr dankbar.

Dieses Projekt hätte niemals ohne die gemeinsame Unterstützung von staatlichen Institutionen, Vereinen, zahlreichen Firmen und Privatpersonen realisiert werden können.  Wir hoffen dieses Netzwerk in Zukunft weiter für gute Zwecke einsetzen zu können, unter anderem um Drop and Ride auch dauerhaft zur Seite zu stehen. Aber auch die Unterstützung andere junger Initiativen aus schwierigen Verhältnissen ist langfristig vorgesehen. Dies war einer der Hauptgründe für die Gründung des Abasha Vereines.

Abasha wird Drop and Ride bei neuen Herausforderungen begleiten.

Denn auch Drop and Ride steht in Zukunft vor großen Herausforderungen:  Neben dem Sportprogramm wird zukünftig auch ein begleitendes Bildungsprogramm angeboten. Hier sollen wöchentliche Englisch Unterrichtseinheiten den Anfang machen. Langfristig sind auch Kurse im Bereich Computerkenntnisse angedacht. Übergangsweise können wir dies von übrigen Spenden des Containertransportes finanzieren. Langfristig müssen aber Möglichkeiten gefunden werden, den Jugendlichen weiterhin dieses Angebot kostenfrei anbieten zu können. Hier sehen wir als Abasha e.V. eine Chance unter geringem finanziellem Einsatze vor Ort zu einer echten Verbesserung beizutragen.

Drop and Ride braucht zeitnah ein neues, sicheres Trainingsgelände.

Beim Sport-Equipment ist Drop and Ride nun zwar top ausgestattet, doch es gibt große Unsicherheit bezüglich des aktuellen Trainingsgeländes. Die Nutzung des aktuellen Geländes ist zeitlich begrenzt, da der Fußballverein, welcher Drop and Ride zurzeit gegen Miete Unterschlupf gewährt, einen Geländeausbau plant. Somit steht Drop and Ride vor der schwierigen Aufgabe zeitnah ein neues Trainingsgelände zu finden. Dieses muss eine geschlossene und sichere Umgebung bieten, um auch den Mädchen ein angstfreies Training zu ermöglichen. Zudem muss das Gebiet des neuen Geländes mit Bedacht gewählt werden, da ein sicherer Betrieb des Vereines nur mit der Akzeptanz dieses Angebotes in der Nachbarschaft möglich ist. Diese Bedingungen in Zusammenspiel mit der schwierigen finanziellen Lage des Vereines stellen das Projekt vor große und schwierige Aufgaben. Auch hierbei wollen wir als Abasha e.V. das Drop and Ride Projekt in partnerschaftlicher Zusammenarbeit stützen. 

Wir wollen, dass das Angebot von Drop and Ride eine langfristige und stabile Perspektive hat.

Wenn dies gelingt, können in kleinem Rahmen echte Verbesserungen des Freizeitangebotes und vielleicht sogar Auswege aus der Perspektivlosigkeit für viele Jugendliche in Kabul erreicht werden.

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